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Psychotherapie (Verhaltenstherapie) bei Körperdysmorpher Störung (Dysmorphophobie)

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Verhaltenstherapeutische Raucherentwöhnung in Wien bei Mag. Steurer bei JUVENIS

Für den Inhalt dieser Seite verantwortlich: Mag. Jürgen Steurer

Wer würde sich schon als makellos attraktiv bezeichnen? Wer könnte von sich behaupten, gänzlich ohne Schönheitsfehler zu sein? Die meisten Frauen und Männer haben mehr oder weniger an ihrem äußeren Erscheinungsbild auszusetzen und sind stets bemüht dieses zu optimieren. Das Streben nach einer perfekten Hülle ist insofern nachvollziehbar, als in unserer Gesellschaft  körperliche Attraktivität mit zahlreichen positiven Eigenschaften in Verbindung gebracht wird. So wird hübschen Menschen beispielsweise eine höhere Intelligenz, soziale Kompetenz usw. zugeschrieben, wodurch sich beruflich und privat mehr Möglichkeiten für diese auftun.

Nimmt diese Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen jedoch überhand und besteht die subjektive Überzeugung – trotz normalen Aussehens – besonders hässlich oder verunstaltet zu sein, so liegt vermutlich eine Körperdysmorphe Störung (oder Dysmorphophobie) vor. Betroffene erleben Teile ihres Körpers als deformiert und sind davon überzeugt, dass auch andere Menschen ihren Makel wahrnehmen. Bei Vorliegen einer geringen Anomalie ist die Besorgnis stark übertrieben. Die  Fehlwahrnehmungen beziehen sich häufig auf das Gesicht, wie beispielsweise  die Nase, die Lippen, die Augen, die Ohren, die Kopfform oder die Gesichtsfarbe, die Reinheit der Haut, aber auch auf andere Körperteile und -eigenschaften, wie etwa die Körpergröße, die Hände oder den  Bauch.

Die Störung beginnt zumeist schon in der Jugend. Männer sind fast genauso häufig betroffen wie Frauen. Charakteristisch sind eine ständige Beschäftigung mit der wahrgenommenen Verunstaltung sowie ein starker Leidensdruck, bis hin zu Suizidgedanken und Suizidversuchen. Um das (mitunter zwanghafte) Gedankenkreisen, aber auch die damit einhergehende Anspannung, Unsicherheit und Hilflosigkeit zu reduzieren, zeigen PatientInnen zahlreiche Sicherheitsverhaltensweisen: Sie verbringen täglich mehrere Stunden vor  Spiegeln, verwenden Make-Up, tragen nur bestimmte Kleidung oder nehmen vermehrt medizinische Behandlungen in Anspruch, sie fotografieren oder filmen sich pausenlos in verschiedensten Lichtverhältnissen, um so ihre wahrgenommene Missbildung zu prüfen, … – langfristig bleiben all diese Bemühungen ohne Erfolg.

Bitte kontaktieren Sie JUVENIS per Telefon unter +43 1 236 3020, per E-Mail an empfang@juvenismed.at oder über das Kontaktformular, um sich einen Beratungs- oder Behandlungstermin für eine Psychotherapie bei Körperdysmorpher Störung in Wien auszumachen.

Aus Angst, jemand könnte ihren Makel sehen, vermeiden sie diverse gesellschaftliche Ereignisse und ziehen sich  Zuhause zurück. Wird die vermeintliche „körperliche Missbildung“ von einer anderen Person scheinbar entdeckt, so wird die PatientIn von starken Schamgefühlen geplagt und versucht die Situation fluchtartig zu verlassen. Der Kern der Erkrankung ist meist eine stark ausgeprägte Selbstwertproblematik. Betroffenen ist es im Laufe ihrer Entwicklung nicht gelungen, andere Quellen ihres Selbstwertes als das Aussehen zu etablieren. Die gedankliche Beschäftigung mit dem Makel, das ständige Kontroll- und Vermeidungsverhalten bestimmen zunehmend das Leben, es bleibt kaum noch  Zeit  für andere (berufliche oder private) Aktivitäten und Erfahrungen. Insofern hat die Erkrankung bei jungen PatientInnen auch negative Auswirkungen auf deren Persönlichkeitsentwicklung.

Durch die Vernachlässigung diverser anderer Lebensbereiche, erfahren Betroffene zunehmend Frustration und Enttäuschung, welche sich wiederum negativ auf ihren Selbstwert auswirken. Diesen versuchen sie erneut durch Verbesserung ihres Aussehens zu stabilisieren und damit schließt sich der Teufelskreis. Unbehandelt besteht die Gefahr eines chronischen Verlaufes sowie ein höheres Risiko an einer weiteren psychischen Störung (z.B. Depression, Angststörung, Alkoholabusus,…) zu erkranken.

Jeder Behandlung geht eine ausführliche Anamnese und Diagnostik (Differentialdiagnostik) voraus. Im Rahmen der Psychotherapie wird ein individuelles Erklärungsmodell erstellt, welches Einsicht in die Entwicklung der Störung bietet. Dieses berücksichtigt vorexistierende Risikofaktoren (z.B. konfliktreiches familiäres Umfeld, Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen, Ausgrenzung und Hänseleien seitens Gleichaltriger, unzureichende Bewältigungsstrategien, ein geringer Selbstwert,…) ebenso wie Auslöser (diverse traumatische Erfahrungen) und aufrechterhaltende Bedingungen (z.B. Sicherheits- und Vermeidungsverhalten, Männer- und Frauenbild in der Werbung, …) der Krankheit. Es finden biologische, soziale und psychische Einflussfaktoren gleichermaßen Beachtung. Wichtig für die Therapie ist es, die Funktionalität der Störung zu eruieren. So könnte sich hinter der Dysmorphophobie einer PatientIn beispielsweise der Wunsch nach Zuneigung verbergen.

Psychotherapie bei Körperdysmorpher Störung (Dysmorphophobie)

  • Therapeutische Beziehung: Die Beziehung zwischen KlientIn und PsychotherapeutIn stellt einen bedeutenden Wirkfaktor in der Behandlung dar. In diesem Rahmen können Probleme der gesamten Lebensspanne, d.h. Belastungen aus der Kindheit, Schwierigkeiten im aktuellen Leben und Befürchtungen/Ängste die Zukunft betreffend, bearbeitet werden. Der Therapeut unterstützt bei der Bewältigung und versucht eine Balance zwischen Veränderung und Stabilisierung zu halten. Je besser die therapeutische Beziehung ist,  umso erfolgreicher wird eine Therapie auch verlaufen.
  • Psychoedukation: Die PatientIn erhält Informationen zur Körperdysmorphen Störung, über die Entstehung, mögliche Verläufe und Aufrechterhaltung der Symptome, sowie über  Behandlungsmöglichkeiten. Es wird ein individuelles Störungsmodell entwickelt und so die Einsicht der PatientIn in die Problematik gefördert. Die Patientin soll ExpertIn ihrer Erkrankung werden. Das Störungswissen der PatientInnen hat nachweislich positiven Einfluss auf den Heilungsprozess.
  • Steigerung des Selbstwertes: Viele der Betroffenen haben in der Vergangenheit negative Beziehungserfahrungen gemacht. Im Rahmen der Psychotherapie ist es Aufgabe des Therapeuten, sich an den Bedürfnissen der KlientIn zu orientieren (komplementäre Beziehungsgestaltung, Stucki 2007) und so ihren Selbstwert zu stärken. Das wertschätzende Verhalten des Therapeuten stellt für viele PatientInnen eine neue und korrigierende Erfahrung dar. Mit Verbesserung des Selbstwertes nehmen auch die gefürchteten Schamgefühle ab.
  • Bearbeitung der Hintergrundprobleme: Auslösende (z.B. Trennung) und die Störung aufrechterhaltende Faktoren (geringer Selbstwert,  Vermeidungsverhalten, …) sowie frühe Risikofaktoren (z.B. Hänseleien wegen des Aussehens im Schulalter) müssen im Rahmen der Therapie besondere Beachtung finden.
  • Kognitive Therapie: Dysfunktionale Grundannahmen (z.B. „Wenn ich nicht attraktiv bin, bin ich nichts wert“, usw.) der PatientInnen werden  identifiziert und mittels kognitiver (Kognition = Gedanke) Techniken hinterfragt, auf deren Realitätsgehalt überprüft und korrigieren.
  • Methoden zur Veränderung des negativen Körperbildes (Brunhoeber, 2009):
    • Seilübung: Die/der PatientIn legt mit einem Seil den geschätzten Umfang verschiedener Körperteile (z.B. Kopf) auf. Mit einem anderen Seil wird der tatsächliche Umfang gemessen und mit der Schätzung der Patientin verglichen. Damit wird die verzerrte Körperwahrnehmung verdeutlicht.
    • Körperumrisszeichnung: Die/der PatientIn zeichnet auf einem Flip-Chart den geschätzten Umfang ihres gesamten Körpers. Anschließend wird das Papier  an die Wand gehängt und der tatsächliche Körperumfang mit einem andersfarbigen Stift nachgezeichnet.
    • Zeichnen der Gesichtsmerkmale: Die/der PatientIn soll aus der Vorstellung heraus ihr Gesicht auf eine Klarsichtfolie malen. Vorab wird ein digitales Foto vom Gesicht der PatientIn gemacht. Die Klarsichtfolie wird über das Foto am PC-Bildschirm gelegt, um so Wahrnehmung mit Realität zueinander in Bezug zu stellen.
    • Videoexposition: Mit einer Kamera wird zuerst der gesamte Körper von allen Seiten und anschließend bestimmte Körperteile (Nase, Kopf, Lider,…) gefilmt – Dauer: ca. 5 bis 10 Minuten. Anschließend werden die Aufnahmen gemeinsam betrachtet – ohne zu bewerten!
    • Spiegelkonfrontation: Die/der PatientIn wird mit ihrem Spiegelbild konfrontiert und soll einzelne Körperteile beschreiben, ohne diese zu bewerten.
    • Fototherapie: Das Gesicht und einzelne Körperteile (Nase, Lider, Bauch, etc.) werden fotografiert. Die/der  PatientIn wird mit den Fotos konfrontiert und aufgefordert die einzelnen Körperteile zu beschreiben ohne zu werten.
  • Exposition in vivo: Aus Angst sich zu blamieren, vermeiden PatientInnen bestimmte Situationen im Alltag (z.B. die Wohnung zu verlassen ohne sich davor zu schminken oder die Haare zu stylen, größere Menschenansammlungen, diverse gesellschaftliche Ereignisse, etc..). Im Rahmen der Therapie soll sich die/der PatientIn mit genau diesen Situationen konfrontieren, um so korrigierende Erfahrungen zu machen. Während der Konfrontation sind  Vermeidungsstrategien (z.B. an etwas anderes denken, Musik hören, Blick auf den Boden gesenkt, etc.) zu unterlassen. Die gefürchtete Situation soll erst nach Abfall der Angst wieder verlassen werden. Die/der PatientIn macht die Erfahrung, dass ihre Befürchtungen ausbleiben und sie die Situationen zunehmend besser aushalten kann.
  • Schwäche zeigen: Die PatientInnen sind der Meinung immer stark sein zu müssen, ansonsten – so vermuten sie – würde ihre Schwäche gegen sie verwendet werden. Im Rahmen der Therapie lernen Betroffene Schwächen zu zeigen.
  • Reduktion zwanghaften Betrachtens im Spiegel: Das Spiegelbild  kann Auslöser für die Erinnerung an traumatische Erlebnisse sein (beispielsweise Hänseleien wegen des Aussehens). Die/der PatientIn bekommt konkrete Verhaltenshinweise für den Umgang und Gebrauch von Spiegeln (aus Veale, 2001 in Brunhoeber, 2009): Gehen sie nicht zu nah heran, benutzen sie große Spiegel, lenken sie die Aufmerksamkeit nicht auf ihre Gefühle, benutzen sie den Spiegel nur für grundlegende Tätigkeiten (rasieren z.B.) und nur für eine begrenzte Zeit, schauen sie das gesamte Gesicht an und nicht einzelne Teile, benutzen sie keine Vergrößerungsspiegel, benutzen sie keinen Spiegel wenn sie sich depressiv fühlen. Alle überflüssigen Spiegel sollten entfernt werden, etc..
  • Veränderung dysfunktionaler Verhaltensweisen: Viele Betroffene haben in jungen Jahren wiederholt die Erfahrung gemacht wegen ihres Aussehens ausgeschlossen oder verspottet zu werden. Basierend auf diesen Erfahrungen haben sich spezifische Grundannahmen (teils unbewusste Überzeugungen) ausgebildet, wie beispielsweise „wenn ich nicht attraktiv bin, bin ich nichts wert, werde ich ausgeschlossen, werde ich versagen usw.“  Das Selbstwertgefühl der PatientInnen ist stark abhängig von ihrer wahrgenommenen Attraktivität, sämtliche negative Reaktionen des Umfeldes, jede Zurückweisung wird auf das eigene Aussehen zurückgeführt. Die Optimierung des äußeren Erscheinungsbildes wird von Betroffenen als Lösung für unterschiedliche Probleme in Betracht gezogen, während konstruktive Problembewältigungsstrategien nur unzureichend entwickelt werden. Die Verbesserung des Erscheinungsbildes (z.B. auch durch einen chirurgischen Eingriff, diverse Peelings, etc.), bewirkt bei PatientInnen mit Körperdysmorpher Störung nur kurzfristig eine emotionale Entlastung, langfristig bleiben die Probleme aufrecht oder verdichten sich sogar. In der Therapie ist es daher wichtig, der PatientIn die negativen Konsequenzen sämtlicher Sicherheitsverhaltensweisen (z.B. Kontrollen im Spiegel, Messen der Körperteile, ständiges Rückversichern bei Mitmenschen, Diät halten, chirurgische Eingriffe, stundenlanges Stylen, sozialer Rückzug, etc.) aufzuzeigen sowie alternative, konstruktive Lösungen zu diskutieren und im Alltag zu integrieren.
  • Achtsamkeitstherapie: Achtsamkeitsübungen (z.B. Body Scan) werden eingesetzt, um die Akzeptanz des äußeren Erscheinungsbildes zu fördern.
  • weitere Methoden: Je nach individueller Problemstellung (z.B. Persönlichkeitsproblematik, depressive Symptomatik, Alkoholabusus,…) können im konkreten Fall weitere psychotherapeutische Methoden zur Anwendung kommen. Ergänzend empfiehlt sich eine medikamentöse Behandlung (Antidepressiva, SSRI) durch eine Fachärztin für Psychiatrie.

Kosten für eine Psychotherapie bei Körperdysmorpher Störung (Dysmorphophobie) bei JUVENIS

Üblich ist eine Frequenz von 1 Therapieeinheit / Woche. Bei Vorliegen einer psychischen Erkrankung übernehmen die meisten Krankenkassen zumindest 21,80 Euro je Therapieeinheit. Die BVA übernimmt 40 Euro je Therapieeinheit, die Sozialversicherung der Bauern 50 Euro, die Sozialversicherung der Eisenbahner 28 Euro. Manche Privatversicherungen übernehmen die Gesamtkosten der Behandlung.

BEHANDLUNGPREIS
1 Therapieeinheit (60 Minuten): € 100,-

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Weitere Leistungen von JUVENIS

Neben einer Psychotherapie bei Körperdysmorpher Störung (Dysmorphophobie) in Wien bietet JUVENIS weitere Leistungen rund um Gesundheit & Vorsorge, Ausstrahlung & Haltung sowie Äußere Schönheit an, die Sie äußerlich strahlen lassen und Ihr Wohlbefinden steigern.

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Team

Mag. Jürgen Steurer

Mag. Jürgen Steurer

Klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut (Verhaltenstherapie)

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