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Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen

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Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen - Psychotherapie in Wien bei JUVENISFür den Inhalt dieser Seite verantwortlich: Mag. Jürgen Steurer

1-3% der Allgemeinbevölkerung erkrankt im Laufe des Lebens an einer Zwangsstörung. Charakteristisch ist ein schleichender Beginn um das 20. Lebensjahr. Betroffene versuchen lange Zeit ihre Symptome zu verbergen und begeben sich meist sehr spät in eine Behandlung. Chronische Verläufe sind daher sehr häufig.

Unter Zwangshandlungen werden exzessive Wiederholungen alltäglicher Verhaltensweisen verstanden, welche nach bestimmten Regeln oder stereotyp ausgeführt werden. Sie haben das Ziel Anspannung zu reduzieren oder befürchtete Bedrohungen / Katastrophen zu verhindern. Die Handlungen sind deutlich übertrieben. Beispiele für Zwangshandlungen: Zählzwang, Ordnungszwang, Kontrollzwang, Waschzwang, Reinigungszwang, Berührungszwang, Putzzwang, Fragezwang, Wiederholungszwang, Sammelzwang,…

Zwangsgedanken sind Gedanken (auch Vorstellungen oder Handlungsimpulse), die sich aufdrängen und von Betroffenen als sinnlos, störend, beschämend, abstoßend oder lästig erlebt werden. Mögliche Inhalte von Zwangsgedanken: Krankheit, Sexualität, Verschmutzung, Aggression, Religion, Streben nach Ordnung,…

Bitte kontaktieren Sie JUVENIS per Telefon unter +43 1 236 3020, per E-Mail an empfang@juvenismed.at oder über das Kontaktformular, um sich einen Beratungs- oder Behandlungstermin für eine Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen in Wien auszumachen.

Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen werden von Betroffenen als eigene Gedanken / Handlungen angesehen und nicht als von außen aufgezwungen. Sie wiederholen sich  ständig und werden als unangenehm, übertrieben und unsinnig empfunden. Gegen mindestens einen Zwangsgedanken oder eine Zwangshandlung wird erfolglos Widerstand geleistet. Die Betroffenen leiden unter ihren Symptomen oder werden durch diese in ihrer sozialen oder individuellen Leistungsfähigkeit behindert. Wenn Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen oder beides an den meisten Tagen über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen vorliegen, spricht man von einer Zwangsstörung.

Zwangsgedanken (z.B. „meine Hände sind voll von Bakterien“) lösen Unbehagen, Angst, Ekel, Scham aus. Diese unangenehmen Emotionen führen bei Betroffenen zu Zwangshandlungen (z.B.: Wiederkehrende Gedanken, Bilder oder Handlungen wie z.B. Waschen der Hände), welche das Unbehagen vorübergehend verschwinden lassen – man spricht von Neutralisieren.

Jeder Behandlung geht eine genaue Diagnostik (Differentialdiagnostik) voraus. Diese erfordert unter anderem eine fundierte Analyse der Zwangsgedanken und Rituale (z.B.:  Schwankungen der Symptome; Erwartungen und Befürchtungen; Situationen, in denen die Zwänge auftreten; Situationen, die aufgrund der Zwänge vermieden werden,…). Dabei kommt es meist auch zum Einsatz von spezifischen psychologischen Fragebogen. Zudem wird ein individuelles Erklärungsmodell erstellt, welches Einsicht in die Entwicklung der Störung bietet. Dieses berücksichtigt vorexistierende Risikofaktoren ebenso wie Auslöser und aufrechterhaltende Faktoren der Krankheit. Es finden biologische, soziale und psychische Einflussfaktoren gleichermaßen Beachtung.

Für eine erfolgreiche Behandlung ist die Frage nach der Funktionalität des Zwanges zentral d.h. es gilt zu klären, wofür der Zwang der Patienten „dienlich“ ist. Beispiele für mögliche Funktionen: Der Zwang zur Bewältigung von Schuldgefühlen, Aggressionen, sozialer Ängste, einem mangelnden Selbstwert oder einer Depression; Der Zwang als Schutz vor Verantwortung, zur Erlangung von Zuwendung oder Aufmerksamkeit etc.

Zwangsverhalten ist einer der häufigsten Bewältigungsversuche negativer Gefühlszustände. Ziel im Rahmen der Therapie ist es, das Zwangsverhalten abzulegen und alternative, gesunde Bewältigungsstrategien aufzubauen.

Verhaltenstherapeutische Interventionen

Psychoedukation

Umfassende Vermittlung von krankheitsrelevanten Informationen.

Exposition mit Reaktionsmanagement (ERM) bei Zwangshandlungen

Der Patient/Die Patientin wird mit einem angstauslösenden Stimulus (real oder in der Vorstellung) konfrontiert (Exposition) und darf seine/ihre Zwangsrituale nicht ausführen. Z.B.: Ein Patient/Eine Patientin, der/die unter einem ausgeprägten Waschzwang leidet, wird aufgefordert mit seiner/ihrer Hand den Straßenboden zu berühren und darf sich danach nicht waschen. Der Patient/Die Patientin soll lernen die damit einhergehenden negativen Emotionen, Kognitionen, sowie die erhöhte physiologische Erregung auszuhalten. Die Übung darf nicht abgebrochen werden, bevor der Patient/die Patientin einen Angstabfall erlebt. Er/Sie soll erfahren, dass die gefürchteten Konsequenzen ausbleiben.

Exposition mit Reaktionsmanagement (ERM) bei Zwangsgedanken

Dabei wird der schlimmste Zwangsgedanke (z.B. „ich töte mein Kind“) möglichst genau beschrieben: Das gefürchtete Ereignis soll in der Gegenwart, mit klaren Worten, in der Ich-Form und sehr detailreich – wie in einem Drehbuch – ausformuliert werden. Der Patient/Die Patientin verfasst einen ersten Entwurf zu Hause, welcher im Rahmen der Therapiestunde mit dem Therapeuten vervollständigt wird. Der Patient/Die Patientin wird aufgefordert die angstbesetzte Geschichte – in Anwesenheit des Therapeuten – laut vorzulesen. Durch wiederholtes Vorlesen oder Anhören auch zu Hause, gewöhnt sich der/die PatientIn an die Geschichte und sie verliert ihre Bedrohlichkeit (Habituation bzw. Gewöhnung durch Konfrontation).Die Exposition kann auch durch wiederholte, detailreiche Vorstellung des gefürchteten Ereignisses – unter therapeutischer Anleitung – erfolgen.

Bei quälenden – für den Patienten/die Patientin moralisch verwerflichen oder bedrohlichen – Zwangsgedanken, kann es auch hilfreich sein, denselben aufzunehmen (Handy, MP3-Player, Diktiergerät…) und immer wieder anzuhören (Loop Tapes).

Sämtliche Gedanken oder Verhaltensweisen, die kurzfristig die Angst (ausgelöst durch den Zwangsgedanken) reduzieren würden, müssen im Rahmen der Exposition unterbleiben.

Prolongierte Exposition (bei Zwangshandlungen und/oder Zwangsgedanken)

Zwangsinhalte entstehen nicht zufällig, sondern lassen sich auf belastende lebensgeschichtliche Ereignisse zurückführen. Diese Zusammenhänge sind dem Patienten/der Patientin oft nicht bewusst. Während der Exposition, werden die auftretenden negativen emotionalen  Zustände vom Therapeuten genauer hinterfragt z.B.: „Woher kennen Sie diese Gefühle“, „haben Sie ähnliche Emotionen früher schon einmal erlebt?“, um so diese lebensgeschichtlichen Ereignisse der Erinnerung des Patienten/der Patientin zugänglich zu machen (Affektbrücke). Die Einsicht in diese biographische Entwicklung ermöglicht eine emotionale Entlastung des Patienten/der Patientin.

Etikettierung von Zwangsgedanken

Die Beschreibung des Zwanges als neurobiologisches Krankheitsphänomen trägt zur emotionalen Distanzierung des Zwanges bei.

Indirekte Symptomtherapie bei Zwangsstörung

Folgende Interventionen können (indirekt) zur Verbesserung der Symptomatik beitragen:

  • Reduzierung des Perfektionismus
  • Reduzierung der Angst vor Kontrollverlust
  • Bearbeitung sozialer Defizite und Selbstwertprobleme
  • Verbesserung der Wahrnehmung von Emotionen
  • Aufbau von positiven Bewältigungsstrategien
  • Verbesserung der Problemlösekompetenz
  • Aufbau positiver Verhaltensweise
  • Aufarbeitung von Traumata

weitere Methoden:

Je nach individueller Problemstellung (z.B. Persönlichkeitsproblematik, depressive Symptomatik, Alkoholabusus,…) können im konkreten Fall weitere psychotherapeutische Methoden zur Anwendung kommen.

Kosten für eine Verhaltenstherapie bei einer Zwangsstörung bei JUVENIS

Frequenz: 2 Mal pro Woche mit einer Dauer von jeweils 2 Stunden. Mit zunehmender Dauer der Therapie wird die Frequenz der Therapiesitzungen reduziert.

Bei Vorliegen einer psychischen Erkrankung (z.B. Zwangsstörung) übernehmen die meisten Krankenkassen zumindest 21,80 Euro je Therapieeinheit. Die BVA übernimmt 40 Euro je Therapieeinheit. Manche Privatversicherungen übernehmen die Gesamtkosten der Behandlung.

BEHANDLUNGPREIS
1 Therapieeinheit (50 Minuten): € 100,-

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Weitere Leistungen von JUVENIS

Neben einer Verhaltenstherapie bei einer Zwangsstörung in Wien bietet JUVENIS weitere Leistungen rund um Gesundheit & Vorsorge, Ausstrahlung & Haltung sowie Äußere Schönheit an, die Sie äußerlich strahlen lassen und Ihr Wohlbefinden steigern.

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Team

Mag. Jürgen Steurer

Mag. Jürgen Steurer

Klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut (Verhaltenstherapie)

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