Professionelle Hilfe bei JUVENIS in Wien

Behandlung von Agoraphobie

Unter Agoraphobie versteht man starke Ängste vor Situationen, aus denen eine Flucht nur schwer möglich ist – ein „sicherer Ort“ nicht bzw. nur schwierig erreicht werden kann. Zum Beispiel Angst vor engen Räumen (Fahrstuhl, Kinosaal, öffentliche Verkehrsmittel), aber auch vor großen Plätzen, Schlangestehen im Supermarkt, Aufsuchen von Kaufhäusern und Menschenmengen allgemein. Begleitet werden diese Ängste meist von Katastrophengedanken wie ohnmächtig zu werden oder gar zu sterben. Aus Angst vor der Angst, meiden Betroffene derartige Situationen und ziehen sich zunehmend zurück. Die Vermeidung von bzw. Flucht vor vermeintlichen Gefahrenquellen führt kurzfristig zu einer Erleichterung und wird daher für zukünftige Situationen beibehalten.

Diese Vermeidung führt zu einer Generalisierung der Angst, das heißt die Zahl der gefürchteten Situationen nimmt stetig zu. Zudem zeigen Betroffene Sicherheitsverhaltensweisen wie beispielsweise ständige Anwesenheit von Partner oder Freunden, Mitführen von Medikamenten für den „Notfall“, sich hinlegen um sich zu schonen und mehr. Sie sind mitunter nicht mehr in der Lage Einkäufe zu erledigen oder gar das Haus zu verlassen. Somit ergeben sich berufliche als auch private Einschränkungen und damit einhergehend ein hoher Leidensdruck.

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Behandlungen & Therapien

Wie entwickelt sich eine Agoraphobie?

Agoraphobie kann mit oder ohne Panikattacken auftreten. Sie entwickelt sich häufig als Folge einer unerwarteten Panikattacke und daraus resultierenden Erwartungsängsten und Vermeidungsverhalten. Betroffene meiden Situationen, in denen – im Falle einer Panikattacke – Flucht schwierig oder peinlich ist, beziehungsweise Hilfe durch andere kaum möglich ist.

Bitte kontaktieren Sie JUVENIS per Telefon unter +43 1 236..., per E-Mail an empfang@juvenismed.at oder über das Kontaktformular, um sich einen Beratungs- oder Behandlungstermin auszumachen.

Behandlungsmethoden in der Verhaltenstherapie (VT)

Um körperliche Ursachen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, andere hormonelle Störungen, Herzfehler) für die Entstehung der Angsterkrankung auszuschließen, wird eine medizinische Untersuchung vor jeder Psychotherapie dringend empfohlen.

Jeder Behandlung geht eine umfassende Diagnostik voraus. Zudem wird ein individuelles Erklärungsmodell erstellt, welches Einsicht in die Entwicklung der Störung bietet. Dieses umfasst vorexistierende Risikofaktoren (z.B.: erhöhte Ängstlichkeit) ebenso wie Auslöser (z.B.: Panikattacke in der Öffentlichkeit, Jobverlust, Trennung, Todesfall) und aufrechterhaltende Faktoren (Vermeidung der gefürchteten Situationen, Beruhigungstabletten) der Krankheit, welche im Rahmen der Behandlung besondere Berücksichtigung finden.

Die therapeutische Beziehung zwischen KlientIn und PsychotherapeutIn stellt einen bedeutenden Wirkfaktor in der Behandlung dar. In diesem Rahmen können Probleme der gesamten Lebensspanne, d.h. Belastungen aus der Kindheit, Schwierigkeiten im aktuellen Leben und Befürchtungen/Ängste die Zukunft betreffend, bearbeitet werden.

Dem Erlernen einer Entspannungsmethode (z.B. Bauchatmung, progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training) kommt eine besondere Bedeutung zu. Die Patientin ist aufgefordert, täglich die erlernte Methode zu üben und so der Angst langfristig entgegen zu wirken.

Ein wichtiger Teil der Behandlung besteht darin, dem Betroffenen Informationen zur Angststörung zu vermitteln – langfristig soll der Klient lernen, seine Schwierigkeiten eigenständig zu überwinden und „Experte“ seiner Probleme werden.

Bestehen unrealistische Befürchtungen, Erwartungsängste oder negative Gedanken (z.B.: „das schaffe ich nie“, „ich falle gleich um“) seitens des Patienten, so sollten diese im Rahmen der Therapie einer kritischen Überprüfung unterzogen werden. Ziel dieser kognitiven Techniken ist eine Umstrukturierung der an sich unbegründeten Sorgen, um so die Bewältigung der Ängste zu fördern.

Gemeinsam mit der PatientIn werden Situationen besprochen, die bei ihr eine Angstreaktion auslösen und aus diesem Grund im Alltag gemieden werden. In der Therapie wendet die Patientin die erlernte Entspannungsmethode an und wird – unter Unterlassung des Sicherheitsverhaltens (z.B. Flucht, Vermeidung oder das Mitführen einer Notfallmedikation) – mit einer der angstbesetzen Situationen konfrontiert. Die Konfrontation (Exposition) kann in der Vorstellung (in sensu) oder real (in vivo) erfolgen. Die Patientin macht die Erfahrung, dass die Ängste zwar unangenehm aber nicht gefährlich sind. Sie erkennt, dass die Angst – nachdem sie ihren Höhepunkt erreicht hat – auch von selbst wieder abnimmt, dass Sicherheitsverhaltensweisen nicht erforderlich sind und ihre Befürchtungen meist nicht eintreten! Durch derartige korrigierende Erfahrungen kommt es seitens der Patientin zu einer Neubewertung des ursprünglichen Auslösers der Angst. Die PatientIn soll wiederholt mit möglichst vielen dieser gefürchteten Situationen konfrontiert werden, bis diese keine Angst mehr auslösen.

Je nach individueller Problemstellung können im konkreten Fall weitere psychotherapeutische Methoden zur Anwendung kommen.

Kosten

Behandlung Preis
1 Therapieeinheit (50 Minuten) zur Behandlung einer Agoraphobie € 100

In der Verhaltenstherapie ist eine Frequenz von 1 Einheit pro Woche üblich.

Die Kostenrückerstattung der “klinisch-psychologischen Behandlung” erfolgt nicht über die Krankenkasse. Einige private Zusatzversicherungen übernehmen häufig einen Teil der Kosten – dies wäre jedoch vom Patienten bei seiner Zusatzversicherung zu erfragen.

Zudem gibt es auch die Möglichkeit, die klinisch-psychologische Behandlung als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abzusetzen.

Team

Mag. Hilde Winkler

Mag. Hilde Winkler

Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision, (Verhalte...

Kontakt

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