Kollagendrinks für straffere Haut, Biotin für kräftigere Haare oder Vitaminpräparate für mehr Glow: Beauty-Supplements sind längst fester Bestandteil des Schönheitsmarktes. Doch braucht unsere Haut tatsächlich Nahrungsergänzungsmittel – und gilt bei Vitaminen und Mineralstoffen wirklich „mehr hilft mehr“? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe des Magazins WOMAN.
Im Artikel „Inner Glow – Was Supplements für Haut & Haare wirklich bringen“ ordnet unter anderem Dr. Tanja Pisec-Weihen, Allgemeinmedizinerin mit Schwerpunkt Vorsorge und orthomolekulare Medizin im JUVENIS Ärztezentrum in Wien, den Trend aus medizinischer Sicht ein. Die wichtigste Botschaft: Nahrungsergänzung sollte gezielt erfolgen und sich am tatsächlichen Bedarf orientieren.
Schönheit kommt auch von innen – aber nicht aus jeder Kapsel
Unsere Haut ist auf eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Fettsäuren angewiesen. Fehlen bestimmte Nährstoffe, kann sich dies auch äußerlich bemerkbar machen. Doch einfach auf Verdacht verschiedene Beauty-Supplements einzunehmen, ist nicht automatisch sinnvoll.
Dr. Tanja Pisec-Weihen betont im WOMAN-Artikel: „Erst prüfen, dann schlucken.“
Bevor in Nahrungsergänzungsmittel investiert wird, sollte zunächst geklärt werden, ob überhaupt ein Mangel besteht.
Erst untersuchen, dann gezielt supplementieren
Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von Beschwerden, Ernährung, Lebensphase und möglichen Vorerkrankungen ab.
Ein gewöhnliches Blutbild beantwortet dabei nicht automatisch alle Fragen. Je nach Beschwerden können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein.
Dr. Pisec-Weihen nennt im Artikel beispielsweise:
- Eisenstatus
- Vitamin D
- Vitamin B12
- Zink
- Schilddrüsenwerte
Bei Zyklusstörungen, ungewöhnlichem Haarausfall oder anderen konkreten Beschwerden können weitere Untersuchungen angezeigt sein. Bei Hautproblemen empfiehlt Dr. Pisec-Weihen außerdem, Laborwerte gegebenenfalls mit einer dermatologischen Untersuchung zu verbinden. So kann besser unterschieden werden, ob tatsächlich ein Nährstoffdefizit vorliegt oder beispielsweise hormonelle Veränderungen, eine Autoimmunerkrankung, Stress oder andere Faktoren hinter den Beschwerden stecken.
Mehr Vitamine bedeuten nicht automatisch schönere Haut
Ein zentraler Punkt des Artikels: Nahrungsergänzungsmittel können sinnvoll sein, wenn ein diagnostizierter Mangel ausgeglichen werden soll. Ohne einen entsprechenden Mangel führt eine höhere Zufuhr jedoch nicht automatisch zu schönerer Haut oder kräftigeren Haaren. Im Gegenteil: Auch bei Nahrungsergänzungsmitteln kann eine zu hohe Dosierung problematisch sein.
Besonders bei fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin A, D, E und K ist Vorsicht geboten, da sie im Körper gespeichert werden können. Auch Mineralstoffe sollten nicht nach dem Prinzip „viel hilft viel“ eingenommen werden.
Welche Nährstoffe sind für Haut und Haare interessant?
Im WOMAN-Artikel werden verschiedene häufig verwendete Beauty-Nährstoffe genauer betrachtet:
- Vitamin C unterstützt unter anderem die körpereigene Kollagenbildung und wirkt antioxidativ.
- Zink spielt eine Rolle bei Zellstoffwechsel, Wundheilung sowie der normalen Funktion von Haut und Immunsystem. Eine zusätzliche Einnahme sollte jedoch insbesondere höher dosiert nicht unkontrolliert erfolgen.
- Omega-3-Fettsäuren können entzündungshemmend wirken und die Hautbarriere unterstützen. Besonders interessant können sie bei trockener und empfindlicher Haut sein.
- Kollagen ist ein wichtiger Bestandteil von Haut und Bindegewebe. Der Artikel verweist darauf, dass einige Studien für hydrolysierte Kollagenpeptide Verbesserungen von Hautfeuchtigkeit und Elastizität zeigen. Entscheidend sind Produkt, Dosierung und Einnahmedauer.
- Biotin wird häufig als „Schönheitsvitamin“ beworben. Ein tatsächlicher Biotinmangel kann Haare und Nägel beeinträchtigen – ohne nachgewiesenen Mangel ist eine zusätzliche Einnahme jedoch nicht automatisch sinnvoll.
- Auch Astaxanthin, ein Carotinoid mit antioxidativen Eigenschaften, wird thematisiert. Die Studienlage entwickelt sich laut Artikel allerdings noch weiter.
Vorsicht beim „Beauty Stacking“
Ein weiterer Trend ist das sogenannte Beauty Stacking: Mehrere Präparate werden gleichzeitig kombiniert – etwa Multivitamine, Kollagen, einzelne Vitamine und zusätzliche Beauty-Komplexe. Dadurch können sich Inhaltsstoffe überschneiden. Die vermeintlich harmlose Kombination verschiedener Präparate kann deshalb dazu führen, dass einzelne Nährstoffe in deutlich höheren Mengen aufgenommen werden als beabsichtigt. Besonders problematisch kann das beispielsweise bei fettlöslichen Vitaminen oder bestimmten Mineralstoffen werden. Deshalb empfiehlt es sich, alle eingenommenen Präparate inklusive Dosierungen im Blick zu behalten.
Der Biotin-Effekt: Viel hilft nicht viel
Biotin gehört zu den beliebtesten Inhaltsstoffen in Produkten für Haut, Haare und Nägel. Doch auch hier gilt: Ein Mangel sollte möglichst zunächst festgestellt werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Höhere Biotin-Dosen können bestimmte Laborwerte verfälschen. Deshalb sollte die Einnahme bei medizinischen Untersuchungen unbedingt angegeben werden.
Pflege von außen und Versorgung von innen gehören zusammen
Der WOMAN-Artikel stellt außerdem klar: Hautpflege und Ernährung beziehungsweise Nahrungsergänzung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Seren und Cremes können gezielt an der Hautoberfläche wirken, Feuchtigkeit binden und die Hautbarriere unterstützen. Nährstoffe werden dagegen über den Körper bereitgestellt und stehen für zahlreiche Stoffwechsel- und Regenerationsprozesse zur Verfügung. Es handelt sich daher nicht um ein Entweder-oder, sondern um zwei unterschiedliche Ansätze. Gleichzeitig ersetzen Supplements weder eine ausgewogene Ernährung noch eine geeignete Hautpflege oder eine medizinisch notwendige Behandlung.
Kein Glow im Zeitraffer
Wer Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte außerdem keine Ergebnisse über Nacht erwarten.
Haut, Haare und Nägel benötigen Zeit. Veränderungen sollten deshalb eher über Wochen und Monate als über wenige Tage beurteilt werden.
Statt ständig neue Präparate auszuprobieren, empfiehlt der Artikel einen gezielten und nachvollziehbaren Ansatz.
Dr. Tanja Pisec-Weihen bei JUVENIS: Individuell statt nach dem Gießkannenprinzip
Die entscheidende Frage lautet daher nicht: Welches Beauty-Supplement ist gerade im Trend? Sondern vielmehr: Was benötigt mein Körper tatsächlich?
Bei JUVENIS verfolgt Dr. Tanja Pisec-Weihen einen medizinisch fundierten Ansatz. Beschwerden, Ernährung, Lebenssituation und mögliche Mangelzustände werden individuell betrachtet. Bei Bedarf können entsprechende Laboruntersuchungen dabei helfen, die Versorgung mit ausgewählten Vitaminen und Mineralstoffen genauer zu beurteilen. So lässt sich vermeiden, wahllos verschiedene Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen – und stattdessen gezielt dort ansetzen, wo tatsächlich Bedarf besteht.
Fazit: Erst prüfen, dann supplementieren
Beauty-Supplements können eine sinnvolle Ergänzung sein – wenn ein konkreter Bedarf besteht und Präparat sowie Dosierung dazu passen.
Sie sind jedoch kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, Bewegung, Sonnenschutz und eine auf den Hauttyp abgestimmte Pflege.
Die wichtigste Empfehlung aus dem WOMAN-Beitrag bringt Dr. Tanja Pisec-Weihen daher treffend auf den Punkt:
„Erst prüfen, dann schlucken.“
Denn echter „Inner Glow“ entsteht nicht durch möglichst viele Kapseln, sondern durch eine Versorgung, die tatsächlich zu den individuellen Bedürfnissen des Körpers passt.
Der Artikel kann mit einem Woman-Abo hier online nachgelesen werden: „Inner Glow – Was Supplements für Haut & Haare wirklich bringen“
Exklusiv können Sie hier den Artikel bei JUVENIS als PDF nachlesen:
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